14/03/2026
❗️Ist die kommunale Wärmeplanung der Stadt Mayen schon jetzt gefährdet?❗️
Viele Bürger erwarten von der kommunalen Wärmeplanung vor allem eines: einen Anschluss an ein Wärmenetz oder eine neue Energiequelle, die ihren heutigen Wärmebedarf vollständig deckt. Doch genau dafür ist die Wärmeplanung nicht gedacht.
Was die Wärmeplanung wirklich macht:
Sie untersucht, welche erneuerbaren Ressourcen Mayen überhaupt erschließen kann und wie viel Wärme daraus langfristig erzeugt werden kann. Diese Potenziale bestimmen, wie viele Haushalte versorgt werden können. Wenn die erneuerbare Wärme nicht ausreicht, muss der Bedarf sinken. Das bedeutet: energetische Sanierung.
Das eigentliche Problem: die viel zu niedrige Sanierungsrate.
Für Mayen wurde eine notwendige Sanierungsrate von 2 Prozent pro Jahr ermittelt. Tatsächlich liegen wir aber unter 1 Prozent – und darin sind sogar schon diejenigen enthalten, die lediglich eine neue Heizung einbauen. Der reale Anteil echter energetischer Sanierungen liegt eher bei 0,6 bis 0,7 Prozent.
Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, erreichen wir bis 2045 nur einen Bruchteil des notwendigen Sanierungsniveaus. Die Folge: Die erneuerbare Energie reicht nicht aus, um alle Haushalte zu versorgen.
Warum wird so wenig saniert?
Das ist kein Mayener Einzelfall – es betrifft fast das ganze Land.
1. Viele Menschen können es sich finanziell nicht leisten oder wollen sich nicht verschulden oder nicht verzichten.
2. Förderprogramme wirken kompliziert oder die Maßnahmen erscheinen unsinnig.
3. Überforderung führt zu Verdrängung – man hofft auf Besserung.
4. Manche setzen auf einen politischen Kurswechsel, der Energie wieder billiger macht.
5. Ältere Eigentümer investieren nicht mehr, weil sich die Kosten nicht mehr amortisieren.
6. Unwissenheit oder schlicht Desinteresse.
Was viele nicht wissen:
Energetische Maßnahmen müssen nicht teuer sein. Man kann immobiliengerecht, schrittweise und förderfähig investieren. Und: Die sogenannten Sowiesokosten – also Arbeiten, die ohnehin anfallen – lassen sich oft perfekt mit energetischen Maßnahmen kombinieren.
Fazit:
Wenn wir die Bürger nicht aktiv informieren und unterstützen, bleiben wir bei 0,6 bis 0,7 Prozent Sanierungsrate – oder fallen sogar darunter. Dann scheitert die kommunale Wärmeplanung nicht an der Idee, sondern an der Realität im Gebäudebestand.