26/01/2024
Hallo liebe Immo-Interessenten,
❗️Achtung: dieser Beitrag enthält sarkastische Passagen. Die angegebenen Zahlen können täglich variieren.❗️
Wir möchten Ihnen heute ein kleines, aber dennoch sehr aussagekräftiges Statement zum Thema „Immobilien und ihre Quadratmeter“ abgeben:
Nach unseren Erkenntnissen, befinden sich aktuell, im Umkreis von 20km, 243 leerstehende Häuser oder Wohnungen, VON DENEN WIR WISSEN. Zuzüglich noch Einheiten, die entweder im Verkaufs- oder Vermietungsprozess sind und/oder sich in den Modernisierungs- oder Sanierungsmaßnahmen befinden. Und „von denen wir wissen“, ist wahrscheinlich noch nicht mal im Ansatz die tatsächliche Zahl, denn brechen wir die Zahl auf 15 Ortschaften runter, wären das NUR 16,2 Immobilien pro Ortschaft.
Ich wette, Sie kennen allein in Ihrer Ortschaft mindestens 10 leerstehende Häuser.
Ausgehend von 70qm (mal die 243) , macht das 17.010qm UNBEWOHNTE, jedoch BEWOHNBARE Fläche. Und selbst die Angabe der Wohnfläche ist, im Schnitt, eher tiefgegriffen.
Wir machen es mal wie Galileo und sagen: Es ist Wohnraum von mindestens ca. 2,5 Fussballfeldern sofort verfügbar im Umkreis von 20km.
Bebaubare Grundstücke wurden hier nicht berücksichtigt.
Wir müssen leider feststellen, dass der Großteil der Immobilien, nur aufgrund PROKRASTINATION und UNWISSENHEIT, leerstehend sind.
Bedeutet, es mangelt zusätzlich an Wohnraum, weil Eigentümer/Vermieter die Immobilienangelegenheit „auf morgen“ schieben bzw. orientierungslos sind und offene Fragen nicht beantwortet werden können: „So, jetzt steht mein Haus/meine Wohnung leer. Renovieren? Verkaufen? Zu welchem Preis? Vermieten? Zu welchem Preis? Stehen lassen für die Kinder/Enkel? Leerstand kostet ja nichts. Usw.“ Da die Aufgabe outsourcen, meistens nicht in Frage kommt (um Geld zu „sparen“), muss aktiv sehr viel Zeit dafür eingeteilt werden. Wohlgemerkt, NEBENBEI.
Ein weiterer Grund für Leerstand, ist die demographische Lage: Immer mehr ältere Menschen, die, Gott sei Dank, in Pflege- und Altersheime eine Beherbergung gefunden haben, hinterlassen aber z.T. Immobilien, in denen die Eigentümerverhältnisse oder die Handlungsbefugnisse nicht deutlich genug mit den Nachfolgern kommuniziert werden (können).
Dann gibt es natürlich noch die Spekulanten, die auf äußerliche Einflüsse, wie Zinsbewegungen, Gesetzesänderungen, einen arabischen Investor, usw. warten………. und warten und warten.
Nicht zu vergessen, die Erbschaftsstreitigkeiten, die z.T. mehrere Jahre andauern können. Selbstverständlich immer auf Kosten der Immobilie.
Der wohl lauteste Grund für Leerstand, ist die (Ver)Kaufpreisbestimmung: Wir sind immer wieder verwundert, wie viele Immobilienprofis es gibt. Sei es auf der Verkäufer- oder auch auf der Käuferseite. Wenn diese sich dann (natürlich) nicht einig werden, werden die typischen Aussagen, wie „das kann sich doch keiner leisten“ oder „die Nachfrager haben kein Geld“, getroffen.
Wir wissen, dass es genug Nachfrager gibt, die sich eine Immobilie leisten können, allerdings aufgrund einer schlichtweg falschen Kaufpreisbestimmung, nicht bereit sind eine Kaufentscheidung zu treffen. Zwischen „nicht bereit“ sein und „können sich nicht leisten“ ist ein großer Unterschied.
Auf der anderen Seite dürfen Eigentümer ihre Immobilie nicht als Schnäppchen anbieten und unter Wert verkaufen. Hier sieht man, dass eine Wertermittlung essenziell ist.
Auf zahlreichen Plattformen werden Immobilienbewertungstools angeboten, bei denen Daten zum Objekt hinterlegt werden und dieser dann eine Preisspanne von bspw. 100.000€ bis 800.000€ ausspuckt, nach dem Motto: suchen Sie sich was aus.
Die darauffolgenden Anrufe von Immobilienexperten, werden abgewimmelt: „Ich wusste schon vorher, was mein Haus/meine Wohnung Wert ist, ich brauche Sie nicht.“ Dicht gefolgt von: „Berater oder Makler (das ist ein Unterschied!!) sind eh nur Geldeintreiber“
Doch zu einer Bewertung gehört weitaus mehr als nur die Angabe der Quadratmeter und Baujahr.
Ist das Grundstück belastet? Wie viel Potenzial hat das Grundstück/Haus? Ist ein Anbau/Ausbau möglich? Sind Rechte für Dritte eingetragen? Baulasten, Baumängel, Sanierungsstau, Lage, Ausstattung, und viele weitere Dinge, die verfahrenspezifisch berücksichtigt werden müssen.
Jeder Tag, der vergeht, egal aus welchen Gründen, mag auf den ersten Blick „smart“ und „gewollt“ sein, doch auf den zweiten, eher ein Wertverlust darstellt, wobei dieser nur greifbar wird, wenn man den Wert der Immobilie kennt.
Kennt man den nicht, kostet die Immobilie „nur“ Geld. Aber wie viel von was, weiß keiner…ah doch, der Nachbar, der weiß das. Denn dieser hat sein Haus vor 5 Jahren für einen Betrag x verkauft/vermietet und ist jetzt Immobilieninvestor und -experte. 🙂
Egal, wer oder was Sie dazu bewegt, sich mit den Gedanken der Wohnraumverfügbarkeit zu beschäftigen, wollen wir Ihnen eines mitteilen:
Es gibt viele Wege, Lösungen und Gestaltungsspielraum, eine Immobilie nicht verwahrlosen zu lassen und anderen eine neue Bleibe zu ermöglich.
Dies soll kein sozialer Apell sein. Uns ist natürlich klar, dass auch wirtschaftliche Ziele mit Immobilien verfolgt werden müssen.
Wir wissen, dass bestimmte Vorgehensweisen und Rahmenbedingungen, sowohl wirtschaftliche, als auch soziale Aspekte, in eine Symbiose bringen können.
Ein Beratungsgespräch kann für Klarheit sorgen und kurz- oder langfristig Kosten sparen, den Wert steigern oder beides.
Eine Sache wollen wir noch den zukünftigen oder aktuellen Mietern ans Herz legen:
Der Begriff „Miete“ bedeutet Gebrauchsüberlassung von Eigentum, welches i.d.R (noch) nicht dem Mieter gehört.
Heißt konkret: Wenn mit einer Tupperware oder einer Stichsäge vom Nachbar behutsamer umgegangen wird (weil diese ja nicht ihr/ihm gehört), als mit der Wohnung des Vermieters, wirft das natürlich kein gutes Bild auf Mieter. Auch eine monatliche Bezahlung begründet nicht, dass weniger behutsam mit der Immobilie umgegangen werden kann.
Dies betrifft natürlich nur die Minderheit, aber hier greift das Prinzip: Ausnahmen bestätigen die Regel.
Außerdem ist eine vermietete Immobilie auch mit Kosten für den Vermieter verbunden, wie bspw. Hausgeld (nicht umlagefähige Kosten), Steuern, Finanzierungskosten, zusätzliche Rücklagen, usw.
In der heutigen Phase, deckt die Miete gerade mal so einen Bruchteil der Kosten ab, zuzüglich noch ein großer Eigenanteil auf Vermieterseite.
Mit die aller wichtigste Message, die hinter diesen Worten steckt, ist, dass nicht jeder Vermieter/Eigentümer automatisch „reich“ oder „wohlhabend“ ist.
Versuchen Sie diese Botschaft bei Besichtigungen Ihrem zukünftigen Vermieter zu übermitteln und kommen Sie Ihrer Wohnung einen großen Schritt näher und schaffen Sie dadurch die Grundlage für eine gesunde Vermieter-Mieter-Beziehung.
Ziel dieses Textes, ist ein Perspektivwechsel der jeweiligen Seiten und ein besseres Verständnis zueinander, zu Gunsten der Quadratmeter.
Zusätzlich wollen wir auf den „Immobilienmangel“ aufmerksam machen.
Medial scheint, aufgrund des Mangels, die Welt unterzugehen. Wir hingegen glauben, dass durch eine fachliche Beratung, Quadratmeter in Umlauf gelangen kann, wodurch der Mangel deutlich verlangsamt wird.
Dabei spielt es keine Rolle, ob Vermietung - Miete, Verkauf - Kauf, Erbpacht - Pächter, o.ä.
Denn es gibt keinen Mangel an Immobilien, sondern an „Quadratmetern.“
Wenn Sie Ihren regionalen Immobilienpartnern nicht trauen, dann haben die selbsternannten Immobilien-Influencer auf Tik-Tok wohl gute Arbeit geleistet. 🙂
In diesem Sinne, wünschen wir allen Immobilienbeteiligten viel Erfolg für das neue Jahr. 🏠🍀