01/10/2024
Augen auf beim Grundstückskauf! Oder es kommt nicht (nur) auf die Größe an!
Viele schauen beim Kauf eines Grundstückes zuerst auf die Größe, doch die ist nicht immer das entscheidendste Merkmal. Wichtig sind auch Ausrichtung, Lage, Form und Neigung sowie Anschlüsse ans öffentliche Gut (Straße, Kanal, Strom, Wasser, etc…)
In der NÖ Bauordnung ist definiert, dass ein Hauptgebäude nicht im Bauwich (Randbereich) gebaut werden darf. Dieser ist üblicherweise 3 Meter breit (oder auch breiter, je nach Höhe des Gebäudes) und an allen Seiten vorhanden. Ausnahmen gibt es nur für Nebengebäude wie Garagen, Garten- und Gerätehäuser oder ähnliche Bauwerke ohne Wohnräume.
Abweichungen von diesem System kann es auch geben, wenn es in dem Gebiet, in dem das Grundstück liegt einen Bebauungsplan und Bebauungsbestimmungen gibt. Diese kann jede Gemeinde erlassen und diese können viele Aspekte der möglichen Bebauung regeln und vorschreiben.
Um ein Haus mit 10 Meter Breite
zu bauen bedarf es also in der
Regel eines Grundstückes
mit mind. 16 Meter Breite.
Für die Bebauung mit einem
freistehenden Einfamilienhaus
ist also ein eher quadratisches
Grundstück besser geeignet als
ein längliches bzw. schmales. Beim Doppelhaus ist es jedoch tendentiell umgekehrt.
Siehe Abbildung unten (Grün = Grundstück
Orange = bebaubarer Bereich)
Beispiel 1: Grundstücksgröße 400 qm (20x20 m) = bebaubare Grundfläche von 14x14 m = 196 qm Brutto-Geschossfläche (dies ist die Fläche der Fundamentplatte bzw. die Wohnfläche plus der Außenmauern.
Beispiel 2: Grundstücksgröße 400 qm (12x33,3 m) = bebaubare Grundfläche von 6x27,3 m = 164 qm, wobei vermutlich niemand ein Haus mit diesem Format errichten wollen würde.
Es kommt aber auch darauf an, wie man gerne seinen Garten gestalten will oder ob zB ein Swimming-Pool Platz haben soll. Hier wäre dann vermutlich die etwas weniger quadratische Form besser geeignet, vorausgesetzt die schmälere Grundstücksseite ist zumnidest 15/16m lang.
Bei der Ausrichtung gilt Nord/Süd vor Ost/West, also wie oben in der Skizze, wenn Norden oben ist. Ebenso sollte dann die Straße nördlich oder südlich in Ost/West Richtung verlaufen. So erhalten sie das Maximum an Sonnenertrag auch im Winter und für eine PV-Anlage in Südausrichtung.
Ebene Grundstücke sind Hanggrundstücken vorzuziehen und kleine Bäche in unmittelbarer Umgebung eher zu meiden wegen Feuchteproblemen im Keller oder Hochwassergefahren bei Starkregen. Hangrutschungen oder Überflutungsgefahren sind in ebenen Gebieten weniger häufig ein Problem als in Lagen, die von Hügeln oder Hängen umgeben sind, vor allem, wenn das Haus an sehr tiefer Stelle im Tal steht. Das Regenwasser läuft dann aus allen Richtungen zu niedrigeren Lagen zusammen.