07/09/2026
Wie gehen wir damit um, wenn uns das Verhalten anderer Menschen stört?
Ob Rauchgeruch, Lärm, Haustiere oder andere Lebensgewohnheiten – nicht alle Menschen haben dieselben Bedürfnisse. Und nicht alles, was uns persönlich stört, lässt sich einfach verbieten.
Aktuell haben wir den Fall, dass in einer Stockwerkeigentümergemeinschaft offenbar von diversen Eigentümern Unterschriften gegen das Rauchen einer anderen Partei gesammelt wurden. Ein Teil der Eigentümer möchte einer anderen Eigentümerpartei das Rauchen in der eigenen Wohnung wie auch auf der Terrasse am liebsten verbieten.
Das direkte Gespräch wurde nie gesucht. Plötzlich ist da ein «Rauchverbotsschild» an der Haupteingangstüre und ein Zettel beim betreffenden Eigentümer, auf dem alle unterschrieben haben, die gegen das Rauchen sind.
Was sollen wir dazu sagen! Wir sind immer wieder erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit manche Menschen meinen, sie könnten ihren Willen anderen aufzwingen.
Und wir fragen uns: Ist das nicht etwas, das wir überall im Leben beobachten?
Wir sagen, niemand nehme mehr Rücksicht. Die Menschen seien egoistischer geworden. Jeder schaue nur noch für sich.
Aber wie oft meinen wir mit Rücksichtnahme eigentlich, dass sich die anderen so verhalten sollen, wie wir es für richtig halten?
Wir wünschen uns Freiheit für uns selbst. Aber sind wir auch bereit, anderen die Freiheit zu lassen, anders zu leben als wir?
Natürlich braucht es Regeln. Und natürlich müssen wir Rücksicht aufeinander nehmen. Aber ein gutes Zusammenleben entsteht nicht durch Reglemente und Mehrheitsbeschlüsse.
Es entsteht dadurch, dass wir miteinander sprechen, bevor wir übereinander sprechen.
Dass wir versuchen, die andere Seite zu verstehen. Und dass wir nicht vergessen, dass unser Nachbar genauso ein Recht darauf hat, sich in seinem Zuhause wohlzufühlen, wie wir selbst.
Rücksichtnahme bedeutet nicht, dass immer derjenige nachgeben muss, der anders lebt. Sondern dass beide Seiten bereit sind, aufeinander zuzugehen.
Als Verwaltung können wir vermitteln, Regeln erklären und Lösungen suchen.
Was wir leider nicht können, ist gegenseitigen Respekt verordnen. Aber wir können Vorbild sein, immer wieder darauf aufmerksam machen, versuchen zu vermitteln, respektvolles Verhalten an Eigentümerversammlungen einfordern und versuchen, ein WIR-Gefühl in unseren Gemeinschaften zu fördern.
«Better together.» – das ist einer unserer Leitsätze bei Loria.
Das gilt für Mitarbeitende, für Kunden und genauso für die Menschen, die in den von uns verwalteten Häusern zusammenleben.