04/10/2026
Ein gefüllter Erneuerungsfonds ist noch kein Beleg dafür, dass die nächste Sanierung finanziert ist.
Wer eine Eigentumswohnung kauft, übernimmt auch finanzielle Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft. Entscheidend ist deshalb: Passt der Fondsbestand zum Zustand des Gebäudes und zu den geplanten Arbeiten?
Diese Unterlagen sollten Sie vor dem Kauf prüfen:
• Fondsabrechnung: Wie viel Geld ist vorhanden, welche Einzahlungen sind vorgesehen und welche Beträge bereits verplant?
• Sanierungsplan: Wann werden voraussichtlich Dach, Fassade oder Heizung erneuert? Liegen aktuelle Kostenschätzungen vor?
• Versammlungsprotokolle: Wurden Arbeiten verschoben, Beiträge erhöht oder zusätzliche Zahlungen beschlossen?
• Reglement und Beschlüsse: Welche Kosten trägt die Gemeinschaft, welcher Verteilschlüssel gilt und wofür darf der Fonds eingesetzt werden?
So erkennen Sie eine mögliche Finanzierungslücke: Stellen Sie die erwarteten Sanierungskosten dem verfügbaren Fondsbestand und den bis dahin vorgesehenen Einzahlungen gegenüber. Bereits gebundene Mittel dürfen dabei nicht doppelt zählen. Lassen Sie Ihren möglichen Anteil an einer Zusatzfinanzierung klären.
Wie hoch müssen Rücklagen in der Schweiz sein? Eine pauschale Summe reicht als Antwort nicht. Massgebend sind Gebäudezustand, Alter der Bauteile, Sanierungsumfang und Zeitplan. Eine technische Zustandsanalyse mit Kostenplanung ist aussagekräftiger als der Kontostand allein.
Vor dem Winter lohnt sich zudem der gemeinsame Blick auf anstehenden Unterhalt. Bei Fenstern oder Balkonen sollten Zuständigkeit und Finanzierung vor der Beauftragung geklärt werden – nicht erst mit der Rechnung.
Fordern Sie vor dem Kauf Fondsabrechnung, Sanierungsplan und Protokolle an und klären Sie offene Finanzierungsfragen mit der Verwaltung.