17/08/2026
Es lief durch Generationen – bis jemand sagte: Bis hierher und nicht weiter.
Mir ist in den letzten Tagen noch einmal ganz bewusst geworden, wie tief alte Familienmuster über Generationen weiterwirken können.
Zwiste zwischen Geschwistern, Eltern, Kindern oder anderen Familienmitgliedern, die manchmal über Jahre oder sogar Jahrzehnte bestehen. Rückzug, Verletzung, Härte, Schuldzuweisungen, Schweigen. Und plötzlich erkennt man: Dieses Muster hat nicht erst bei mir begonnen.
Auch in meiner eigenen Familie sehe ich solche Verstrickungen über mehrere Generationen hinweg – mütterlicherseits wie väterlicherseits. Und ich erkenne heute noch klarer: Ich muss sie nicht weiterführen.
Genau darin liegt für mich die entscheidende Erkenntnis. Ich kann heute sagen: Stopp. Bis hierher – und nicht weiter.
Es geht dabei nicht darum, immer wieder zu klären, wer schuld war, wer recht hatte oder wer angefangen hat. Es geht darum, sich aus diesen alten Verstrickungen zu lösen und Frieden zu wählen.
Frieden mit mir selbst. Frieden mit dem, was war. Frieden mit den Menschen, mit denen ich verbunden bin.
Manchmal beginnt dieser Weg sehr tief im eigenen Feld – bei unseren Ahnen, bei alten Bindungen, alten Zwisten oder Energien, die über Generationen weitergetragen wurden. Wenn sie bewusst werden, können wir beginnen, sie zu lösen und unser eigenes Leben wieder neu zu ordnen.
Nicht mehr aus alten Verletzungen heraus leben. Nicht mehr wiederholen, was schon Generationen vor uns getrennt hat. Sondern Beziehungen neu gestalten – freier, individueller, liebevoller und harmonischer.
Vielleicht ist genau das eine unserer Aufgaben: nicht alles weiterzutragen, was wir übernommen haben, sondern dort Frieden hineinzubringen, wo vor uns lange keiner möglich war.
Für uns selbst. Für unsere Ahnen. Und für jene, die nach uns kommen.
Ich darf den Kreis heute durchbrechen.
Ich darf Frieden wählen.
Und ich darf neu beginnen.
Susanne Bertheau