22/07/2026
Bochums neue Stadtplätze – schön anzusehen, aber fit für den Klimawandel?
Als Immobilien-Sachverständiger beschäftige ich mich täglich mit Gebäuden und unserem gebauten Umfeld. Deshalb frage ich mich zunehmend, warum bei der Neugestaltung zentraler Plätze in Bochum offenbar noch immer Beton und Pflaster dominieren, obwohl die Auswirkungen des Klimawandels längst Realität sind.
Ob Husemannplatz oder andere neu gestaltete Bereiche der Innenstadt – vielerorts prägen große versiegelte Flächen das Bild. Schatten spendende Bäume, großzügige Grünflächen und entsiegelte Bereiche kommen aus meiner Sicht deutlich zu kurz.
Dabei ist seit Jahren wissenschaftlich belegt, dass gerade Bäume und Grünflächen unsere Städte kühlen, die Luftqualität verbessern und Regenwasser aufnehmen können. Versiegelte Flächen hingegen speichern Hitze und geben sie noch bis in die Nacht wieder ab. Jeder, der an einem heißen Sommertag durch die Innenstadt läuft, kann diesen Unterschied selbst spüren.
Umso erstaunlicher ist es für mich, dass diese Erkenntnisse bei der Gestaltung neuer Plätze offenbar nicht konsequent berücksichtigt wurden. Schließlich werden solche Flächen für Jahrzehnte gebaut. Was heute entsteht, muss auch den klimatischen Herausforderungen der Zukunft standhalten.
Ich wünsche mir für Bochum eine Stadtplanung, die Gestaltung und Klimaanpassung miteinander verbindet – mit mehr Bäumen, mehr Grün, mehr Schatten und weniger versiegelten Flächen. Das macht unsere Stadt nicht nur widerstandsfähiger gegen Hitze, sondern auch lebenswerter für alle.