14/11/2018
Die Annahme, dass steigende Mieten ein Hauptgrund für Überschuldung ist, ist schlichtweg nicht richtig bzw. zu wenig differenziert. Die wenigsten Mieten werden im laufenden Mietverhältnis erhöht. Insofern treffen steigende Mieten als Überschuldungsgrund primär eigentlich wenn überhaupt nur bei Neuanmietungen zu. Das sind dann aber Überschuldungen, die die betreffenden Personen bewusst riskieren. Anders ist es beim Thema steigende Nebenkosten. Die treffen auch auf Bestandsverträge zu. Dies ist dann der allgemeinen Teuerung zuzuschreiben und nicht dem Thema "Mietkosten". Die eigentlichen Gründe liegen wahrscheinlich jedoch ganz woanders: steigende Ansprüche, Ratenkäufe, steigende Kosten allgemein.
Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Konjunktur brummt, und trotzdem steigt die Zahl derer, die ihre Rechnungen nicht bezahlen können. Das liegt dem "Schuldneratlas" zufolge auch an den steigenden Preisen auf dem Wohnungsmarkt. Vor allem Frauen verschulden sich neu.