04/05/2025
Zwischen Selbstdarstellung und Substanz – Wie Influencer die Gastronomieszene prägen (oder belasten)
Blogger, Follower, Gratis-Menüs: Warum Gastronomen lernen müssen, zwischen Reichweite und Relevanz zu unterscheiden – und was Portale wie das Gastroportal Düsseldorf damit zu tun haben.
Sie kommen mit Smartphone und Ringlicht, sie fotografieren, posten und kommentieren – oft, bevor der erste Bissen überhaupt genommen wurde. Die sogenannte Food-Influencer-Szene hat längst Einzug in die Gastronomie gehalten. Für viele Gastronomen ein Segen, für andere ein teures Missverständnis. Zwischen oberflächlicher Inszenierung und echter Information bleibt die Frage: Wer berichtet eigentlich noch seriös über Restaurants, Trends und Entwicklungen – und wer macht bloß Werbung im eigenen Interesse?
Ein Blick auf das Gastroportal Düsseldorf bringt Klarheit. Das Portal, das täglich über Neueröffnungen, Schließungen, Personalwechsel und gastronomische Trends berichtet, versteht sich als journalistisch geführte Informationsplattform. Klar im Ton, schnörkellos in der Sprache, kritisch im Blick. Die Berichte sind kostenlos abrufbar und werbefrei im klassischen Sinne – die wenigen bezahlten Inhalte stammen ausschließlich vom betreibenden Unternehmen Eirund Consulting. Keine Kooperationen mit Influenzer*innen, keine gesponserten Posts unter dem Deckmantel der Objektivität. Das mag nicht jedem gefallen. Muss es aber auch nicht.
Anders die Welt der Instagrammer, Food-Blogger und TikTok-Gourmets. Hier wird bewertet, was schön aussieht. Nicht, was gut schmeckt. Das Handy ist ständiger Begleiter am Tisch, das Essen eine bunte Kulisse. Kritische Reflexion? Fehlanzeige. "Schmeckt super!" steht unter dem dritten Burger-Bild des Tages. Authentizität? Oft gekauft. Denn viele Influencer arbeiten mit "Bezahl-mit-Reichweite"-Modellen, bei denen Gastronomen kostenlose Menüs anbieten, im Gegenzug für einen Post mit einigen Hashtags.
"Ich habe zweimal mit Influencern zusammengearbeitet. Das Ergebnis waren schöne Bilder, aber keine neuen Gäste. Am Ende hatte ich das Gefühl, ich habe für ein Like bezahlt."
— Elena.K. Betreiberin eines Bistros in Düsseldorf-Pempelfort
Der versprochene Effekt: mehr Sichtbarkeit, mehr Gäste, mehr Umsatz. Die Realität sieht oft anders aus. Die Followerbasis ist nicht selten eine Blase, bestehend aus Gleichgesinnten und Bots. Die Zielgruppe des Restaurants deckt sich selten mit der Fanbase der Bloggerin. Der Einfluss auf das reale Buchungsverhalten ist schwer messbar.
Noch fragwürdiger ist das Selbstverständnis vieler Akteure. Influencer sind keine Journalisten. Sie sind nicht zur Objektivität verpflichtet, unterliegen keiner redaktionellen Kontrolle. Sie müssen nicht recherchieren, keine Gegenmeinung einholen, keine Fakten checken. Ihr Ziel ist Unterhaltung, nicht Einordnung. Und das merkt man.
"Klar, es gibt schwarze Schafe in der Branche. Aber ich investiere viel Zeit in meine Beiträge – ich recherchiere, probiere Gerichte mehrmals und spreche mit dem Personal. Ich will mehr bieten als nur einen hübschen Feed."
— Lena M., Foodbloggerin mit 35.000 Followern auf Instagram
Zugleich gibt es Ausnahmen. Influencer, die sich ernsthaft mit Kulinarik auseinandersetzen, die Hintergründe recherchieren, Trends analysieren, Küchenstile einordnen können. Die mehr bieten als Selfies mit Cocktailglas. Wer als Gastronom mit Social Media arbeiten möchte, sollte differenzieren. Sich Statistiken zeigen lassen. Zielgruppen abgleichen. Qualität vor Quantität setzen.
Denn ja, gute Influencer können Sichtbarkeit schaffen. Aber sie ersetzen keine professionelle Gastronomieberichterstattung. Und auch keine langfristige Strategie.
Vielleicht ist es also an der Zeit, wieder stärker auf Substanz zu setzen. Auf Portale wie das Gastroportal Düsseldorf, die informieren statt inszenieren. Die einordnen statt applaudieren. Und die keine Meinung verkaufen, sondern Perspektiven öffnen. Gerade in einer Branche, die mehr denn je auf Glaubwürdigkeit, Orientierung und klare Worte angewiesen ist.
"Wir beobachten die Szene genau. Unser Anspruch ist, verlässlich zu informieren, nicht zu beeinflussen. Das gefällt nicht jedem – aber wir sind keinem Hype verpflichtet, sondern der Branche."
— Markus Eirund, Herausgeber des Gastroportals Düsseldorf