16/04/2026
„Immer noch alles anders 2026“
Hintergrund und Inspiration
Im Jahr 2010 zeigte das Ruhr Museum Essen die Fotoausstellung
„Alles wieder anders“ – als fotografische Auseinandersetzung mit dem Strukturwandel im Ruhrgebiet.
Ausstellung und Ausstellungskatalog thematisierten seinerzeit zentrale Aspekte wie Wohnen, Stadtentwicklung, Protest, Arbeit, Bildung, Landschaft, Industriekultur, Jugend, Konsum und Freizeit.
Diese Themen spiegelten den tiefgreifenden Wandel wider, der bereits in den 1950er-Jahren mit der Kohle- und Stahlkrise begann und die Region wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell neu prägte.
Fotograf:innen begleiteten diesen Prozess mit ihren Aufnahmen – Bilder, die nicht nur Orte, sondern auch Menschen als zentrale Akteur:innen des Wandels zeigten.H
Heute, rund 26 Jahre später, sind dokumentarische Fotografien seltener geworden: Die Abbildung erkennbarer Personen in veröffentlichten Fotos unterliegt neuen gesellschaftlichen und rechtlichen Normen und Verhaltensmustern.
RUHR GEBIET
Aktuelle fotografische Auseinandersetzung
Im Jahr 2025 setzte sich der Fotografische Studienkreis der VHS Essen mit seinem Dozenten Klaus Baumers intensiv mit dem Ausstellungskatalog von 2010 auseinander. Ziel war es, aktuelle Themen zu entwickeln, die das Ruhrgebiet heute prägen.
Die Vielfalt der historischen Themen stellte die Teilnehmenden vor die Herausforderung, eigene Schwerpunkte zu setzen – stets im Rahmen ihrer individuellen fotografischen Möglichkeiten.
Ergebnis: Vielfalt und Dialog
Entstanden ist die Ausstellung „Immer noch alles anders“. Es sind fotografische Serien und Einzelbilder, die ein breites Spektrum künstlerischer Herangehensweisen abdecken: Von experimentellen Ansätzen über Reportagen, Landschafts- und Stadtfotografie bis hin zu privaten Einblicken.
Die Aufnahmen machen deutlich, wie sehr sich das Ruhrgebiet in den letzten 26 Jahren verändert hat – aber auch, wo der Strukturwandel scheinbar stehengeblieben ist.
Themen und Künstler:innen
Die Ausstellung präsentiert folgende Schwerpunkte:
• Extreme Abstraktion von Orten der Industriekultur (Wolfgang Bruns)
• Infrastruktur und Stadtgrenzen (Ute Jäger)
• Dienstleistung (Michael Wenzel)
• Private Personenbeschreibung (Celine de Groot)
• Straßenfotografie (Claudia Brüner, Marc Ballay, Gerd Irmer)
• Ehemalige Zechenstandorte (Martin Baier)
• Halden und Freizeit (Jens Schmalenberg)
Durch die intensive Auseinandersetzung der neun Teilnehmenden ist eine beeindruckende Bandbreite an Themen entstanden, die im Gruppenprozess diskutiert und weiterentwickelt wurden.
Fotografie als historisches Gedächtnis. Die gezeigten Arbeiten sind ein Ausschnitt aus dem umfangreichen fotografischen Schaffen der Gruppe. Sie verdeutlichen die Rolle von Fotograf:innen als Bewahrer:innen gesellschaftlicher und landschaftlicher Entwicklungen. Jedes Bild trägt dazu bei, das aktuelle Bild des Ruhrgebiets zu zeichnen – und verdient es, gesehen zu werden.
Abbildung Katalog zur Ausstellung, Gestaltung: Titel: Team Loesch Design, Inhalt: Karsten Mol