21/09/2026
Ist Freiburg wirklich nur eine B‑Stadt? 📍
Der neue Residential Report von BNP Paribas Real Estate zeigt: Gute B‑Städte haben die Zinswende beim Wohnen fast so stabil verarbeitet wie die A‑Städte. Kaufpreisfaktoren haben sich korrigiert, ja – aber Nachfrage, Mieten und niedrige Leerstände haben sich vielerorts weiter positiv entwickelt.
Für Freiburg ist das eine wichtige Einordnung.
Freiburg hat formal die Größe einer B‑Stadt. Beim Wohnen ist der Markt aber ein Sonderfall: begrenzte Flächen, hohe Lebensqualität, Universität, Klinikum, Forschung und eine dauerhaft hohe Nachfrage sorgen für eine Knappheit, die man sonst eher aus deutlich größeren Städten kennt.
Der Freiburger Immobilienmarktbericht zeigt zugleich wieder mehr Bewegung: steigende Kaufvertragszahlen, den höchsten Geldumsatz seit Beginn der Datenerfassung und bei gebrauchten Wohnungen erneut leicht steigende Durchschnittspreise.
Trotzdem wäre es falsch, daraus eine neue Preisrally abzuleiten. Der Markt bleibt selektiv.
Gute Bestandsimmobilien in starken Lagen, klar kalkulierbare Sanierungen und wirtschaftlich nachvollziehbarer Neubau werden gesucht. Aber hohe Baukosten, Finanzierung, Mietregulierung und fehlende Planungssicherheit begrenzen, was Käufer und Investoren tatsächlich tragen können.
Mein Fazit: Freiburg ist kein Markt für kurzfristige Spekulation. Aber für langfristig gedachte Wohninvestments bleibt Freiburg einer der robustesten Standorte Deutschlands.
Damit das so bleibt, brauchen wir neben einer realistischen Bewertung vor allem eines: mehr Wohnraum. Weniger Verbote, mehr Planungssicherheit, schnellere Genehmigungen und Anreize für Neubau und energetische Sanierung.