27/09/2026
Ein hochwertiges Fenster kaufen, einbauen – und damit sind Einbruchhemmung, Schlagregendichtheit, Luftdichtheit, Widerstand gegen Windlast oder Absturzsicherung automatisch gewährleistet?
Nein. Das ist für mich als Sachverständiger ganz klar ein Mythos.
Denn am Ende entscheidet nicht die Einzelkomponente über die tatsächliche Leistung, entscheidend ist das Gesamtsystem.
Was nützt ein Fenster, das beispielsweise 700 oder 1.000 Pascal Schlagregen standhalten soll, wenn die Anschlussfuge oder das eingesetzte Fugendichtband nur für 600 Pascal ausgelegt ist?
Was bringt eine hohe Widerstandsklasse gegen Einbruch, wenn die Befestigung zum Baukörper diese Leistung nicht übertragen kann?
Und was bringt die beste Alarmanlage, wenn ein Bereich des Gebäudes zu spät detektiert wird?
Genau hier liegt der Punkt: Fenster, Befestigung im Baukörper, Anschlussfuge und Abdichtung, Einbausituation und Untergrund, Wartung und Instandhaltung sowie physische und elektronische Sicherheit müssen immer als System gedacht, geplant und aufeinander abgestimmt werden.
Die Automobilindustrie macht uns dieses Prinzip jeden Tag vor:
Warum gibt ein Hersteller bestimmte Reifengrößen, Reifenarten, Betriebsstoffe oder andere Komponenten vor?
Weil die zugesicherte Leistung des Fahrzeugs nur funktioniert, wenn das Gesamtsystem funktioniert und alle Komponenten funktional ineinandergreifen
Bei Fenstern und Türen ist es nicht anders.
Wir können einem Bauteil noch so beeindruckende Leistungseigenschaften zuschreiben:
Wenn Montage, Befestigung, Abdichtung, Wartung und Randbedingungen nicht dazu passen, kommt diese Leistung am Gebäude nicht an.