21/10/2026
Bauzinsen so hoch wie 2009
Die Bauzinsen sind auf knapp 4,5% gestiegen – das heißt Hauskäufer müssen noch tiefer in die Tasche greifen. Zuletzt waren die Kredite im Jahr 2009 während der weltweiten Finanzkrise so hoch. Dies kann Tausende Euro Mehrkosten pro Jahr bedeuten. Zum Vergleich: Im Mai lagen die Bauzinsen bei durchschnittlich 3,9%.
Was bedeutet das für Käufer?
Laut Jörg Utecht, Chef von Interhyp (dem marktführenden Vermittler für private Baufinanzierungen in Deutschland), bedeutet das bei einer durchschnittlichen Finanzierung fast 200 € mehr Monatsrate. Wie hoch die Mehrkosten wirklich ausfallen, ist abhängig von dem jeweiligen Kredit.
Warum steigen die Bauzinsen?
Der derzeit größte Grund sind geopolitische Krisen – sprich der Iran-Krieg hat zu steigenden Energiepreisen und neuen Inflationssorgen geführt. Dadurch verlangen Anleger höhere Zinsen, wenn sie langfristig Geld verleihen. Und nach einer Entspannung der derzeitigen Situation sieht es im Moment leider nicht aus.
Das führt auch zu einer Reaktion der Zentralbank. Die Leitzinsen wurden angehoben, um der Teuerung entgegenzuwirken und das wirkt sich zeitverzögert auch auf die Bauzinsen aus.
Der wichtigste Gradmesser für Immobilienkredite sind die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen. Diese sind sprunghaft gestiegen und halten das Zinsniveau am Kapitalmarkt hoch.
Ebenfalls Auswirkungen hat der massive Finanzierungsbedarf des Bundes für z.B. Verteidigung und Infrastruktur. Das erhöht ebenfalls den Druck auf die Anleiherendite.
Was kann man tun?
Das Wichtigste: Preise verhandeln! Die Nachfrage nach Immobilienkrediten ist drastisch eingebrochen und so sind viele Verkäufer gesprächsbereit. Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland, hierzu: „Wenn die Zinsen deutlich hochgehen, müssen die Preise runter!“
Je mehr Eigenkapital man einbringt, desto eher erhalten Käufer die Top-Konditionen, denn auch Banken haben ihre Kreditlinien spürbar verschärft.
Weiter sollte man die Energieeffizienz prüfen, denn Immobilien mit einer schlechten Energiebilanz werden von Banken strenger bewertet. Das heißt, dass ein guter energetischer Zustand bessere Kreditkonditionen sichern kann und auch den Wiederverkaufswert schützt.