17/07/2026
In diesen heißen Zeiten bekomme ich viele Anrufe von Bewohnern, dass sie im Keller oder der Keller- oder Souterrain-Wohnung Schimmel haben, teilweise schimmelt auch das Inventar wie Möbel, Kleidungsstücke, Kartonagen, Matratzen, Schuhe etc.
Oft betonen die Leute, dass sie doch Lüften wie die Weltmeister und der Schimmel trotzdem in kurzer Zeit entstanden ist.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf das Thema SOMMERKONDENSATION eingehen, wodurch dieser Schimmel im Sommer (mit) verursacht wird.
Die Außenluft an heißen Sommertagen enthält deutlich mehr (absolute) Luftfeuchtigkeit (in g/m³) als die kühlere Luft in unseren Kellern!
In den Kellern oder Souterrains sind die Wände und der Boden in der Regel zum Großteil erdberührt (und nicht außenluftberührt). Da das Erdreich viel kühler als die Außenluft ist, bleiben dadurch auch die erdberührten Bauteile kühl.
Dies wiederum führt dazu, dass auch die Luft in den Kellerräumen deutlich kühler als die Außenluft an heißen Tagen ist. Diese kühlere Luft enthält deutlich weniger (absolute) Luftfeuchtigkeit (in g/m³) als die heiße Außenluft.
Wenn wir nun unsere Kellerfenster, Türen, etc. an heißen Sommertagen zum lüften öffnen, gelangt die heiße Luft, die ja wie beschrieben sehr viel Feuchtigkeit enthält, in unsere Keller und Souterrains. Dort kühlt diese Luft aufgrund der dortigen kühlen Gegebenheiten stark ab. Hierdurch kann diese abgekühlte Luft nur noch sehr viel weniger Feuchtigkeit speichern, wie zuvor. Die Überschüssige Feuchtigkeit, die die abgekühlte Luft nicht mehr aufnehmen kann, gibt sie in die Raumluft im Keller ab. Hierdurch erfolgt eine Feuchtigkeitsanreicherung in der Raumluft sowie an sämtlichen (kühlen) Bauteilen sowie auch am (kühlen) Inventar. Dies nennt man Kondensation.
Da dieser Effekt so nur im Sommer auftritt, heißt es SOMMERKONDENSATION.
Diese Kondensation, also Feuchtigkeitsanreicherung, führt sowohl zu einer sehr hohen relativen Luftfeuchtigkeit der Raumluft in den Kellern und Souterrains, als auch zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Schimmelbefall an Wänden, Decken, Böden sowie am gesamten Inventar.
Das bedeutet für uns:
1. Kellerräume oder Souterrain-Räume (egal ob als Lagerkeller oder bewohnt) im Sommer nur in den frühen Morgenstunden und in den späten Abendstunden lüften.
2. Am besten als Querlüftung über mehrere Räume für wenige Minuten.
3. Tagsüber alle Fenster und Türen geschlossen halten, um zu verhindern, dass die heiße Außenluft in die kühlen Räume gelangt.
4. Keine unnötigen Feuchtelasten in Kellern wie z. B. Duschen, Sauna, Aquarien, Zimmerspringbrunnen, Küchen, Fitnessräume.
5. Hilfreich können auch (elektrische) Luftentfeuchter sein, die jedoch regelmäßig entleert werden müssen.
6. Keine Lagerung feuchteempfindlicher Gegenstände in Kellern (z. B. Kleidung, Kartonagen, Schuhe und sonstige Lederwaren, Papier, Akten, Matratzen, etrc.)! Dies führt in den meisten (insbesondere in Altbau-) Kellern zu Schimmelbefall und muffigem Geruch!
Aus all dem ergibt sich, dass die meisten Keller nicht für Wohnzwecke geeignet sind! Dies wird in den meisten Fällen auch schon baurechtlich problematisch.
Abmildern bzw. kompensieren lässt sich die Sommerkondensation nur mittels einer sensorgesteuerten Klimatisierung inklusive Wärmetauscher, was für die meisten Keller unwirtschaftlich sein dürfte.
Sommerkondensation zeigt sich insbesondere bei älteren, zum Erdreich hin ungedämmten Gebäuden, tritt aber in abgemilderter Form auch bei gedämmten Kellern auf.
Auch bei Erdgeschosswohnungen, die eine wohnungsinterne Treppe in den Keller besitzen, kann über diese Treppe feuchtwarme Luft in den Keller gelangen und dort zu diesem Effekt führen.
Der Effekt der SOMMERKONDENSATION tritt auch z. B. in Erdgeschosswohnungen von Altbauten mit sehr dicken Wänden auf.
In vielen Fällen, spielen ursächlich für den Schimmelbefall zusätzlich zur Sommerkondensation noch weitere Faktoren (z. B. feuchte Außenwände) eine Rolle.