27/02/2019
Heute Morgen las ich im Hamburger Abendblatt folgenden Leserbrief, verfasst von Hendrik Richter, zur Berichterstattung über den von Ministerin Barley vorgestellten Referentenentwurf zur Einführung des Bestellerprinzips beim Immobilienkauf:
"Eigentlich sollte ich als Betreiber eines Immobilienportals (wir unterstützen Verkäufer und Vermieter, die selbst und ohne Makler aktiv werden möchten) Hurra schreien. Aber ich möchte gute Makler, die es eben auch gibt, nicht verteufeln. Dieses Vorpreschen der Ministerin Barley ist mal wieder typisch SPD auf Stimmenfang. Die Verkäufer (die bösen Reichen) sollen künftig die Maklergebühren tragen, und die armen Käufer (die armen Armen) sollen entlastet werden. Aber die Verkäufer sind längst nicht immer reich und die Käufer nicht immer arm. Wie oft wird eine eigene Immobilie aus der Not heraus verkauft wegen plötzlicher finanzieller Schieflage, Scheidung, beruflich notwendigen Umzugs. Hohe Kosten entstehen dem Verkäufer dabei zusätzlich, wie zum Beispiel durch die Vorfälligkeitsentschädigung bei den Banken. Und die Käufer sind auch nicht immer arm, sondern wollen ihr Geld in Immobilien als sichere Kapitalanlage anlegen. Davon unabhängig erreicht Ministerin Barleys Plan das Gegenteil dessen, was sie vorgibt: Die Verkäufer schlagen die Maklercourtage einfach auf den Kaufpreis drauf, sodass die Gesamtkosten für den Käufer dank höherer Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer und Notar) sogar noch steigen. Hut ab, SPD, für die tolle Rolle rückwärts! Gerecht wäre eine Gebührenteilung, weil der Makler für beide Seiten Leistung erbringt, und eine Deckelung der Gebühren wie in Österreich auf maximal vier Prozent. "
Danke Herr Richter für diesen diskussionswürdigen Beitrag, dem ich vollumfänglich zustimme. Wieso sollte man all diejenigen Bundesländer, die bereits eine Teilung der Gebühren praktizieren (offenbar erfolgreich), wieder in eine andere Richtung zwingen wollen. Ich als Hamburger Makler würde Herrn Richters Vorschlag aus Gründen einer gerechten und einheitlichen Lösung akzeptieren.