02/10/2024
Wir haben eine Antwort der CDU-Tornesch erhalten: Hier unsere Argumente für den geförderten Wohnungsbau an dieser Stelle.
Liebe CDU-Tornesch, wir freuen uns, dass Sie uns endlich direkt mitteilen, was Sie an unseren Planungen stört. Etwas schade, dass wir dieses Gespräch nicht schon vor Monaten in einem anderen Ambiente geführt haben. Aber lieber spät als nie, hier unsere Argumente für Ihre Zustimmung am 07.10.2024:
🔹Zum B-Plan Argument:
Sie ignorieren geltendes Baurecht und geben den Bebauungsplan falsch wieder. Denn am 24.01.2022 hat der Bauausschuss der Stadt Tornesch durch die Stimmen der CDU-Fraktion folgende Abweichungen zum B-Plan 61 erteilt:
Firsthöhenüberschreitung von 99 Zentimeter.
Überschreitung der GRZ I: 0,02 oder 6,67%.
Überschreitung der GRZ II: 0,7 oder 15,55%
Hierbei ging es um 3 Mehrfamilienhäuser im gehobenen Standard auf einer gemeinsamen Tiefgaragenanlage mit 39 großen Wohneinheiten zum Verkauf. Allerdings nicht für 6,80€/QM.
Das Argument, dass der bestehende B-Plan nur für Einfamilien- u. Doppelhäuser gedacht ist, ist falsch! Der gesamte B-Plan ist als Mischgebiet konzipiert. Mit verschiedenen Quartieren. Der größte Teil des B-Plans umfasst die Flächen des Cash&Carry Marktes. Im Quartier 5 ist eine Mehrfamilienhausbebauung vorgesehen. Alle anderen Quartiere weisen eine deutlich höhere GRZ aus. Wenn die Haltung der CDU-Fraktion nachvollziehbar wäre, hätte sie ja bereits im Januar 2022 nicht zustimmen dürfen. Hat sie aber!!! Zudem ist wenige hundert Meter weiter ebenfalls ein Mehrfamilienhaus-Ensemble am Pinnauring mit einer offenen Stellplatzanlage. Auch hier sind die umliegenden Häußer Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser. So, wie es in einem heterogenen Quartier üblich ist.
🔹Zur Stellplatz-Thematik:
Unsere Stellplatz-Planungen basieren auf folgenden Annahmen:
1. Auch auf Wunsch von Anliegern haben wir die Tiefgarage/Parkdeck aus der Planung gestrichen. Sie wünschen sich eine offene Stellplatzanlage.
2. Für den geförderten Wohnraum reichen nach Ansicht des Landes Schleswig-Holstein 0,7 Stellplätze je Wohnung aus. Dies deckt sich im Übrigen auch mit den Erfahrungen der in Tornesch tätigen Baugenossenschaften.
3. Die Stellplatzsatzung der Stadt Tornesch ermöglicht es ausdrücklich von dem starren Schlüssel abzuweichen und Ablösebeträge von uns zu verlangen.
4. Wir überlassen der Stadt Tornesch kostenfrei zwei MOIN-Carsharing Stellplätze. Damit kann jeder Ort des täglichen Bedarfs innerhalb von 1,0 km erreicht werden und die Fahrzeuge dort wieder abgestellt werden.
5. 300 Meter von unserem Grundstück entfernt ist die nächste Bushaltestelle. Nach einer Station erreicht man den Bahnhof, sowie alle Einrichtungen des täglichen Bedarfs. Mit dem Fahrrad sind es 5 Minuten, die Entfernung beträgt einen Kilometer
6. Wir überkompensieren die Stellplätze durch ca. 90 Fahrradstellplätze
Im Rahmen des vom Bürgermeister mitinitiierten Termins, an dem Ihre Vertreter ja leider nicht anwesend waren, haben wir eine weitere Alternative aufgetan. Wir errichten 36 Stellplätze auf unserem Grund und 16 weitere nach Bedarf auf dem gegenüberliegenden Grundstück. Das wäre ein e Quote von 1 Stellplatz je Wohnung wie Sie fordern. Wenn Sie diesen Vorschlag kategorisch ablehnen, haben Sie ja vielleicht eine alternative Idee. Es geht hier ja schließlich um 52 dringend benötigte Wohnungen.
🔹Abweichungen vom B-Plan:
Sie ignorieren geltendes Baurecht. Siehe Ihr Stimmverhalten im Bauausschuss vom 24.01.2022. Dort haben Sie für 3 Mehrfamilienhäuser mit 12m Höhe gestimmt. Unser Antrag jetzt ist mit 2 Mehrfamilienhäusern und 11,50m Höhe zurückhaltender. Und fügt sich besser in die umliegende Bebauung ein.
Die GRZ II Abweichung begründet sich insbesondere durch die erheblichen Vorgaben zu Kfz-Stellplätzen und nicht durch die Baukörper. Das Land S-H gibt als Vorgabe für gef. Wohnraum 0,3-0,7 Stellplätze je Wohnung. Das ignorieren Sie ebenfalls.
🔹Grundsätzliches:
Mit dem Erwerb der Immobilie in 2022 hat uns die CDU-Tornesch immer in unserem Vorhaben unterstützt, 3 Mehrfamilienhäuser mit bis zu 39 frei finanzierten Wohnungen jedoch OHNE Mietenförderung zu errichten. Hierbei wurde in vielfältiger Weise auch vom bestehenden B-Plan abgewichen und dies auch unter Gegenstimmen anderer Fraktionen im Bauausschuss mit den Stimmen der CDU-Fraktion „durchgeboxt“.
Nun gibt es neue Realitäten und wir benötigen nun ein paar Zugeständnisse, um unser Vorhaben mit 52 geförderten und altengerechten Wohnungen in Tornesch zu errichten noch zu realisieren. Sie argumentieren mit Grundsätzlichem, das Sie in der Vergangenheit nicht gestört hat (Sonst hätten wir ja kein Baurecht für die ursprüngliche Planung). Auch kann man an der Entstehung und Änderung des B-Plan 107 erkennen, dass Sie durchaus gewillt sind, für den Wohnungsbau über Ihren Schatten zu springen. Dort soll nämlich in einem durch Einfamilien- und Doppelhäuser geprägten Gebiet ein Wohnhaus entstehen mit 18 Wohneinheiten. Die ursprüngliche Auslegung des B-Planes sah eine Reihenhausbebauung (max. 12 Wohneinheiten) vor. Der Investor (übrigens CDU-Mitglied im Bauausschuss 😇) kann diese zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirtschaftlich betreiben (siehe Begründung B-Plan Änderung vom 13.05.2024) und wünschte Geschosswohnungsbau, um „Zitat“ einen höheren Preis je Quadratmeter zu erzielen.
Und zu guter Letzt: Mit dem Argument, eine Förderung durch die IB.SH sei ja nicht gewiss, können Sie jedes Vorhaben im geförderten Wohnungsbau ablehnen. Wir haben eine vollständig neue Planung beauftragt und bezahlt, um die Kriterien für geförderten Wohnraum einzuhalten. Warum sollten wir das Geld ausgeben, wenn wir es nicht ernst meinen? Zudem haben wir und die Stadt Tornesch uns über die kommunale Stellungnahme gegenseitig verpflichtet an dieser Stelle geförderten Wohnraum zu erstellen. Der Antrag kommt schließlich von uns und wird von der Stadt gegengezeichnet. Außerdem haben bereits Gespräche unsererseits mit der IB.SH und der ARGE e.V. stattgefunden. Beide wollen das Vorhaben unbedingt mit uns umsetzen.
Wir bitten Sie und die übrigen Fraktionen weiterhin um ihre Unterstützung und freuen uns auf den weiteren Austausch in dieser Sache.
Viele Grüße & Dank
John Mahn & Elias Ammon
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