Flachsacker Klein Auheim

Flachsacker Klein Auheim Neuigkeiten der Nachbarschaft Gemeinschaft "Am Flachsacker"

28/12/2017

*** Rücksicht ***

Das alte Mütterlein in der Hanauer Wohnanlage versucht mühsam, ihr Altpapier in den überquellenden Container zu stopfen. Wieder einmal haben einige Zeitgenossen komplette Kartons hineingeworfen. Oftmals wird von den Unmengen an Zalando, Amazon und sonstigen Kartonagen mühsam das Adressetikett abgerissen oder unkenntlich gemacht, damit man den Übeltäter nicht zurückverfolgen kann.
Am Hanauer Hauptbahnhof quetscht sich eine junge Frau an den Wartenden am Einstieg vorbei, um möglichst schnell in den Zug zu kommen. Nachher sieht man sie, wie sie ihren reservierten Platz sucht. Das Gedränge war also völlig überflüssig.
Der Fahrer eines Motzautos hat sein Gefährt im Postcarré-Parkhaus so in der Parkbucht geparkt, dass er mehr als bequem aussteigen kann, rechts von ihm aber kein Wagen mehr in die Lücke passt.
Die feine Dame, die im Kaufhof am Marktplatz durch die Tür stürmt, guckt nicht hinter sich. Es hätte ja auch eine alte Frau mit Rollator hinter ihr sein können oder gar ein Rollstuhlfahrer, dem man die Tür hätte aufhalten müssen. Soweit kommt’s noch.
Vier kleine Beobachtungen aus einer Woche. Beobachtungen, die man in Hanau ebenso machen kann, wie in der ganzen Republik. Zeichen einer immer mehr um sich greifenden Ellenbogen-Gesellschaft, in der das „Ich“ wichtiger ist, als das „Wir“. Vier kleine Vorfälle, die nicht wichtig sind, die Welt nicht erschüttern. Die aber nerven, vor allem aber das Gefühl verstärken, dass Rücksicht- und Respektlosigkeit immer mehr um sich greifen.
Der Bayerische Rundfunk meldet derweil einen schweren Unfall. Und dass die Polizei die Autofahrer lobt, weil sie schnell eine Rettungsgasse gebildet hätten. Allerdings hätten sich auch einige Autofahrer direkt hinter den Notarztwagen gehängt, um schneller voranzukommen oder dicht am Geschehen zu sein. „Was ist das für ein Land?“ möchte man da mit Udo Jürgens fragen.
Das Geschiebe und Gedränge, das „Erst-komme-ich“ ist im sogenannten „Weihnachtsrummel“ besonders zu spüren. Dabei ist der Grund für dieses Fest damit kaum zu vereinbaren. Die Botschaft, die da von dem kleinen Kind in der Krippe ausgeht, ist eine Botschaft der Nächstenliebe, der Hilfsbereitschaft, der Rücksicht auf andere, eine Botschaft des Friedens und nicht des Kampfes.
Natürlich kann man über unverantwortliche Politiker schimpfen, gierige Manager beklagen, sich besser fühlen, wenn man „die da oben“ kritisiert und überhaupt die Ungerechtigkeit der Welt bejammert. Aber eine bessere Welt fängt im Kleinen an, bei jedem einzelnen von uns.
Vielleicht gibt es doch ein paar ruhige Stunden in den nächsten Tagen um darüber nachzudenken. Und auch an die zu denken, die trotz aller Probleme das „Wir“ über das „Ich“ stellen. Über 30 Millionen Deutsche engagieren sich ehrenamtlich. Betreuen alte Menschen, begleiten im Hospizdienst Sterbende, sorgen im Sport dafür, dass Kinder Respekt und Teamgeist lernen. Auch bei uns in Stadt und Kreis. Ehrenamtliche, die im Hanauer Frauenhaus Drangsalierten eine Heimstatt geben, die bei den Johannitern im Flüchtlingscamp „Sportfield Housing“ aktiv sind oder bei den „Sterntalern“ kranken Kindern Trost spenden. Und dazu kommen die vielen, die – auch an den Weihnachtstagen – in den Krankenhäusern, den Alten-und Pflegeheimen arbeiten, bei der Polizei für unsere Sicherheit sorgen, auf Rettungsstationen und Feuerwehrwachen Dienst schieben, um uns im Notfall helfen zu können. Alles Menschen, denen das „Wir“ wichtiger ist, als das „Ich“.
Sie alle haben die Botschaft von Bethlehem verstanden. Eine Botschaft aus einem armseligen Stall, die unsere Welt um soviel reicher gemacht hat. Auch für die, die nicht oder anders glauben. Denn die Werte, die von der Krippe ausgehen, sind universell und gelten für alle Menschen.
Ich wünsche allen ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes und gutes neues Jahr.

* Zwischenrufer heißt unsere Kolumne, in der Dieter Schreier einen Blick auf das Hanauer Stadtgeschehen oder allgemeine Themen wirft. Der gelernte Journalist hat viele Jahre als Redaktionsleiter, Chefredakteur und Geschäftsführer bei Zeitungsverlagen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Thüringen und Hessen gearbeitet und ist heute als Medienberater und in der Journalisten-Weiterbildung aktiv. In Hanau ist er seit fast 20 Jahren präsent.

13/11/2017
Wie asozial ist das den............. die einzigen die sich freuen sind die Ratten, ganz toll😠😠😠😈😈
25/12/2016

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17/12/2016

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16/01/2016
16/01/2016
Fast fertig, fehlen nur noch die Gäste.
16/01/2016

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Die Vorbereitungen laufen
16/01/2016

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