03/02/2026
📖 Märchen vom Bauen, Teil 1: Das Haus aus Stroh
Es war einmal, da lebten drei kleine Schweinchen
in einer Welt, in der der Wolf nicht ständig da war, aber jederzeit kommen konnte.
Alle Tiere erzählten von ihm, von seinem starken Atem, seiner Geduld. Und sie fürchteten sich.
Und so beschlossen die Schweinchen, Häuser zu bauen. Nicht aus Übermut,
sondern weil sie sich vor dem Wolf schützen und sicher leben wollten.
Das erste Schweinchen war flink.
Es liebte die Leichtigkeit, die schnellen Lösungen, das Gefühl, fertig zu sein,
während die beiden anderen noch nachdachten.
Stroh lag bereit.
Goldgelb, verführerisch einfach.
Ein paar Bündel, ein Dach, ein Lächeln.
Das Haus stand schneller,
als der Gedanke daran reifen konnte.
Drinnen war es warm und still. Für einen Moment fühlte sich alles sicher an.
Bis der Wolf kam, ganz unverhofft, so wie ein Wetterwechsel, eine Gewitterfront, man sieht sie kommen, und unterschätzt sie doch.
Der Wolf sah das Haus, setzte sich davor, und wartete.
Der Wind hob sich, prüfte. Der Wolf pustete.
Ein Atemzug reichte.
Das Haus aus Stroh löste sich auf, ganz so,
als wäre es nie dafür gedacht gewesen, standzuhalten.
Was nur schnell gebaut wird, schützt nur kurz.
Das Schweinchen rannte, so schnell es konnte.
Der Wolf blieb.
Und die Landschaft war wieder still.
Fortsetzung folgt im nächsten Post:
Das zweite Haus.
Mit mehr Mühe gebaut, mit mehr Hoffnung.
Doch der Wolf hat Zeit.