04/05/2026
Der neue Energieausweis ab Mai 2026
Ab Mai 2026 treten in Deutschland bedeutende Änderungen bei den Energieausweisen in Kraft. Hintergrund ist die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) in nationales Recht (voraussichtlich integriert in ein neues „Gebäudemodernisierungsgesetz“ oder eine GEG-Novelle).
Hier sind die wichtigsten Neuerungen für dich zusammengefasst:
1. Neue EU-weite Effizienzskala (A bis G)
Die bisherige deutsche Skala von A+ bis H wird abgeschafft und durch eine EU-weit einheitliche Skala von A bis G ersetzt.
Klasse A: Ist künftig echten Nullemissionsgebäuden vorbehalten.
Klasse G: Markiert die energetisch schlechtesten 15 % des nationalen Gebäudebestands.
Vergleichbarkeit: Ziel ist es, die Energieeffizienz über Ländergrenzen hinweg vergleichbar zu machen, ähnlich wie bei Elektrogeräten.
2. Erweiterte Vorlagepflichten
Die Pflicht, einen Energieausweis vorzulegen, wird deutlich ausgeweitet. Bisher war dies nur bei Verkauf, Neuvermietung oder Neubau nötig. Neu ab Mai 2026:
Mietvertragsverlängerungen: Auch wenn ein bestehender Mietvertrag verlängert wird, muss nun ein gültiger Energieausweis vorgelegt werden.
Größere Renovierungen: Bei umfassenden Sanierungen wird der Ausweis zur Pflicht, um den Vorher-Nachher-Effekt zu dokumentieren.
Öffentliche Gebäude: Die Aushangpflicht wird auf mehr Kategorien öffentlicher Gebäude ausgeweitet.
3. Mehr Details und Transparenz
Der Energieausweis wird von einem reinen Kennzahlen-Dokument zu einer Art „Mini-Sanierungsfahrplan“:
CO₂-Emissionen: Diese müssen künftig explizit ausgewiesen werden.
Sanierungsempfehlungen: Diese werden verbindlicher und detaillierter. Sie müssen aufzeigen, wie das Gebäude schrittweise in eine bessere Klasse (z. B. von E auf C) gehoben werden kann.
Energieträger-Check: Es wird genauer aufgeschlüsselt, welche Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) für welchen Anteil des Verbrauchs verantwortlich sind.
4. Fokus auf den Bedarfsausweis
Obwohl der günstigere Verbrauchsausweis (basierend auf dem Nutzerverhalten) vorerst bestehen bleibt, gewinnt der Bedarfsausweis (basierend auf der Bausubstanz) an Bedeutung. Die EU-Vorgaben drängen auf objektivere Daten, weshalb der Bedarfsausweis für viele Förderprogramme und Sanierungspflichten zur notwendigen Grundlage wird.
Anmerkung das Titelbild ist KI generiert.