19/07/2025
Das Ein- und Zweifamilienhaus - wirklich ein ökologischer Problemfall?
Es ist eine Tatsache: Das Einfamilienhaus verbraucht mehr Grundfläche, mehr Rohstoffe und mehr Energie als andere Wohnformen. Ist die Zeit der neugebauten Eigenheime deshalb vorbei? Viele Politiker mit progressivem Anspruch würden das mit Ja beantworten. In vielen Städten werden deshalb keine Neubaugebiete für Einfamilienhäuser mehr ausgewiesen, sondern allenfalls für Mehrfamilienhausbauten. Doch sind die ökologischen Argumente wirklich stichhaltig? Das gesamte deutsche Staatsgebiet umfasst 357.588 km², davon sind derzeit nach Schätzung ca. 50 % versiegelt, also ca. 178.794 km². Würde jeder Haushalt mit 2 und mehr Personen tatsächlich im neuen EFH mit ca. 65 m² Grundfläche, zusätzlich 30 m² für Terrassen und Wege, sowie 150 m² Anteil für Straßen und Infrastruktur, untergebracht, so würde sich die versiegelte Fläche um ca. 5.900 km² vergrößern.
Das sind gerade einmal 3,3 % der bisher schon versiegelten Fläche. Berücksichtigt man, dass nur 2/3 der Mehrpersonenhaushalte den Wunsch nach einer eigenen Immobilie haben, ein Teil schon im Einfamilienhaus Bestandsimmobilie saniert, sinkt die höhere Versiegelung durch die Realisierung aller Einfamilienhausträume auf ca. 1 % oder gar darunter. Hinzu kommt, dass nichts so hingebungsvoll gepflegt, repariert und saniert wird, wie das eigene Haus. Eine höhere Eigentumsquote würde auch zu einer deutlich höheren Sanierungsquote und einem Rückgang des CO2-Ausstoßes führen.