17/06/2026
„Die Prüfplakette auf der Kaffeemaschine kommt weg.“
Mit dieser Aussage hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas beim Tag des Familienunternehmens für Applaus gesorgt.
Als Unternehmer kann ich den Wunsch nach Bürokratieabbau nachvollziehen. Niemand klebt gerne Plaketten, füllt Listen aus oder verwaltet Prüffristen.
Aber die Diskussion greift aus meiner Sicht zu kurz.
Die Prüfplakette ist nicht das Problem.
Sie ist lediglich das sichtbare Zeichen dafür, dass ein elektrisches Betriebsmittel geprüft wurde. Die eigentliche Frage lautet:
Wer stellt sicher, dass elektrische Betriebsmittel weiterhin sicher betrieben werden können?
Defekte Anschlussleitungen, beschädigte Schutzleiter, Isolationsfehler oder überlastete Geräte verschwinden nicht dadurch, dass man die Dokumentation vereinfacht.
Die regelmäßigen Prüfungen nach der DGUV Vorschrift 3 haben einen klaren Zweck:
✔ Schutz von Beschäftigten vor elektrischen Gefährdungen
✔ Vermeidung von Bränden durch elektrische Defekte
✔ Nachweis der Erfüllung von Unternehmerpflichten
✔ Reduzierung von Haftungsrisiken
Als Sachverständiger sehe ich regelmäßig Schäden, bei denen nicht die Kaffeemaschine selbst das Problem war, sondern die fehlende Kontrolle ihres Zustands.
Wer über Bürokratieabbau spricht, sollte deshalb genau unterscheiden zwischen unnötiger Dokumentation und technisch notwendigen Sicherheitsmaßnahmen.
Eine Prüfplakette mag lästig sein.
Ein Betriebsbrand, Produktionsausfall oder Personenschaden ist deutlich lästiger.
Deshalb hoffe ich, dass bei allen geplanten Erleichterungen eines nicht verloren geht:
Sicherheit entsteht nicht durch weniger Aufkleber, sondern durch wirksame Prüfungen.
Wie bewertet ihr die Diskussion? Ist die Prüfplakette tatsächlich ein Symbol überflüssiger Bürokratie oder ein sinnvoller Bestandteil eines funktionierenden Sicherheitskonzepts?