12/04/2021
Dieses Thema verlangt besondere Aufmerksamkeit. Während der alte Grundsatz „Lage, Lage, Lage“ früher durchaus eine kompetente Entscheidung möglich machte, so ist er heute insofern überholt, als das sich der Markt und somit das Anforderungsprofil an eine Immobilie nicht nur verändert, sondern auch deutlich erweitert hat. Heute gilt: „Lage, Wirtschaft, Energetik“
Allzu viele Anleger verhalten sich wie Herdentiere und investieren in preislich schon längst „überhitzte“ Lagen in der Hoffnung, dass sich die Preisentwicklung unaufhörlich fortsetzt. Dies ist nicht nur äußerst unwahrscheinlich, sondern setzt auch bei einem Weiterdenken dieser spekulativen Annahme voraus, dass die Mieter immer weiter bereit und in der Lage sind, die damit notwendigen Hochpreismieten aufzubringen. Dies ist schon aufgrund der gesetzlichen Miet-Neuregelungen nicht zu erwarten und würde das Mieterpotenzial für die Eigentümer auch stark einschränken.
Warum auch in Lagen investieren, wo die Preisentwicklung schon vor Jahren stattgefunden hat? Ein stabiler Wertschöpfungsprozess lässt sich nur dort in Gang setzen, wo die Entwicklung jetzt startet.
Vorteilsorientierte Anleger meiden die klassischen Ballungsräume und deren Kaufpreisspiralen. Stattdessen rücken die umliegenden Standorte, deren Wertsteigerungsraten, Zuzugsquoten und Wirtschaftskraft in den Focus. Eine Entwicklung die auch von den Untersuchungsergebnissen verschiedener Institutionen, der Länder und des Bundes getragen wird. Wirtschaftlich und logistisch attraktive Standorte, die mit Ihren noch bezahlbaren Preisen, Unternehmen, Arbeitsplätze, hohe Mieterzuwanderung und damit Wertsteigerung generieren.
In der BRD wurden nach Angaben der Wohnungsbauämter in den letzten 15 Jahren, jährlich ca. 200.000 Wohnungen zu wenig gebaut. Die Anforderung an die Bauwirtschaft, diesen inzwischen immensen Mangel aufzuarbeiten, um den veralteten Bestand zu sanieren und/oder mit Neubauten zu ergänzen ist gewaltig.