30/06/2020
AUF RUND 36 MILLIARDEN EURO schätzt UN-Generalsekretär Antonio Guterres „die weltweit für den Kampf gegen die Pandemie benötigten Mittel“. Mittel wofür? „Impfstoffe und wirksame Arzneien gegen das Coronavirus“. 908 Millionen Euro hat Deutschland bereits zugesagt.
Wie wirksam, sicher und gut verträglich die Medikamente und Vakzine sein werden, steht derzeit freilich in den Sternen. Ob sie dem SARS-CoV-2-Virus eher beikommen werden als ein intaktes Immunsystem? (Immerhin lässt es weltweit 99,8 % aller Infizierten überleben.) Und wie viel gedenken die Vereinten Nationen in DESSEN Stärkung zu investieren?
Ein Glück, dass es neben der UNO auch noch die Stiftung Auswege gibt. Deren hochkarätig besetzte Expertenkommission hat nämlich soeben einen alternativen Kostenvoranschlag ausgearbeitet, der zumindest Friedrich Merz gefallen müsste, weil er auf einen Bierdeckel passt. Gegenüber Guterres´ Schätzung weist er sechs nobelpreiswürdige Vorzüge auf:
(1.) Er reduziert die erforderlichen Ausgaben um geschätzte 99,9999999999 %.
(2.) Er ist GARANTIERT wirksam, sicher und gut verträglich.
(3.) Er ist SCHON HEUTE umsetzbar.
(4.) Er führt SOFORT zum Ziel.
(5.) Er verhindert künftigen Fehlalarm.
(6.) Die chronisch unterfinanzierte WHO kriegt ihn honorarfrei.
Nach unserer Kalkulation genügen nämlich ungefähr 75 Euro, um die Corona-Krise umgehend zu beenden. So viel kostet im Schnitt die halbe Arbeitsstunde eines Webmasters. Mehr Zeit dürfte er nicht benötigen, um auf der UN-Website ein paar Zeilen auszutauschen: nämlich die Definition des Pandemiebegriffs.
Neu getextet werden muss sie nicht. Es genügt, per Copy&Paste jene Version wiederherzustellen, die vor Mai 2009 galt.
Bis dahin sah die WHO eine wesentliche Bedingung einer Pandemie darin, dass es zu einer „enormen Anzahl von Todesfällen und Erkrankungen“ in mehreren Staaten kommt. Erst seit Mai 2009 kann sie eine Pandemie bereits dann ausrufen, wenn sich ein Erreger schnell und massiv in mindestens zwei der sechs WHO-Regionen AUSBREITET. Die Passage, in der eine „beträchtliche Zahl von Toten“ vorausgesetzt wird, fiel kurzerhand weg. (World Health Organization: „Pandemic preparedness“, 2006;
http://web.archive.org/web/20061230201645/www.who.int/csr/disease/influenza/pandemic/en/print.html; https://www.youtube.com/watch?v=1--c2SBYlMY)
Der entscheidende Unterschied: Die alte Definition lenkte den Blick auf den TATSÄCHLICHEN gesundheitlichen Schaden, den ein Erreger anrichtet – darauf, wie viele Menschen weltweit erkranken und sterben, statt darauf, wie viele ihn bloß mit sich herumtragen, selbst wenn sie dabei putzmunter, topfit und kerngesund bleiben. Bangemache mit klinisch bedeutungslosen Infektionszahlen, bei insgesamt mildem Verlauf, könnte erst gar nicht stattfinden.
Immerhin ersparte uns der alte Pandemiebegriff mehrere Weltwirtschaftskrisen, mehrere hygienediktatorische Attentate auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung, mehrere Komaphasen des öffentlichen Lebens. Zu alledem hätte es nämlich, nach den Maßstäben von 2020, schon mindestens ein Dutzend mal im 20. und frühen 21. Jahrhundert kommen müssen – wie übrigens auch bei den schweren Grippewellen 2012/13, 2014/15, 2016/17 und 2017/18. Nach offiziellen Statistiken forderten sie drei- bis viermal mehr Todesopfer, als uns heute bei Covid-19 weisgemacht wird. (Siehe unser Beitrag vom 17. April.)
Was verhindert die Rückkehr zum alten Pandemiebegriff? Wer das herausfinden will, muss die Zusammensetzung der WHO-Expertenriege berücksichtigen, deren exklusiver Definitionsmacht sich ein ganzer Planet unterworfen hat. Er sollte die Interessenkonflikte des Gremiums hinterfragen - und nachforschen, ob sie sich 2020 denn in Luft aufgelöst haben.
Lange Zeit konnte das niemand. Denn die WHO hielt die Identität der Mitglieder ihres „Emergency Committee“, das sie zum Thema Pandemie berät, (https://www.euro.who.int/en/health-topics/health-emergencies/international-health-regulations/event-reporting-and-review/ihr-emergency-committee) streng geheim. Offiziell wollte die WHO ihre Seuchenexperten somit „vor Beeinflussungen schützen“. Tatsächlich schützte sie die Betreffenden vor peinlichen Entdeckungen, auf wessen Honorarlisten sie stehen.
Auf öffentlichen Druck hin listet die WHO die Komitee-Mitglieder, aktuell zwölf, neuerdings namentlich auf (https://www.who.int/ihr/procedures/emerg_comm_members_2014/en/) – weiterhin allerdings ohne die geringsten Hinweise darauf, ob und inwieweit sie mit der Pharmaindustrie und pharmanahen Geldgebern finanziell verbandelt sind. Nur bei vier derzeitigen oder früheren Mitgliedern und Beratern räumt sie gewisse nicht näher erläuterte „Interessen“ ein. Diese, so versichert uns die WHO, führen allerdings „nicht zu einem Interessenkonflikt, so dass der betreffende Experte ganz oder teilweise von der Teilnahme am Notfallausschuss ausgeschlossen werden sollte“. Um welche Verstrickungen es sich handelt, wird nur „innerhalb des Ausschusses offengelegt, so dass andere Mitglieder davon Kenntnis haben.“ Außenstehende haben sie nichts anzugehen. Im übrigen „erklären alle anderen Mitglieder des Notfallausschusses, keine relevanten Interessen zu haben.“
Ist es demnach ganz und gar „irrelevant“, was sich beispielsweise über die Komitee-Vorsitzende Helen Rees in den Weiten des Web ausfindig machen lässt? Das Wits Reproductive Health and HIV Institute der Universität von Witswatersrand in Johannesburg, Südafrika, das sie leitet, zählt zu seinen „Partnern und Sponsoren“ die Bill & Melinda Gates Foundation – sowie einige Giganten der Pharmabranche, von GlaxoSmithKline über Abbvie und Janssen bis zu Merck und Pfizer. (http://www.wrhi.ac.za/about/partners-donors)
Über Rees´ WHO-Kollegen steht zumindest so viel fest: Auf ihren Komiteesesseln säßen sie wohl kaum, wenn sie es je gewagt hätten, den Interessen der WHO-Geldgeber in die Quere zu kommen. Die WHO finanziert sich wie? Zu 80 % aus Spenden von Pharmaunternehmen - auf der Liste der „Wohltäter“ stehen Namen wie Bayer AG, Merck, Novartis, GlaxoSmithKline -, von pharmanahen Einrichtungen wie der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung sowie der von Gates mitfinanzierten „Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung“ (GAVI). (https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-who-organisation-finanzierung-100.html; https://www.tagesschau.de/faktenfinder/who-finanzierung-101.html) Ein Großteil dieser milden Gaben ist zweckgebunden. Das heißt, der Spender legt fest, wofür die WHO sie ausgeben darf: welche Forschung gefördert wird, welche medizinischen Maßnahmen in welchem Land ergriffen werden. (https://www.fr.de/panorama/edle-weltregenten-11485452.html; https://www.deutschlandfunkkultur.de/unabhaengigkeit-der-weltgesundheitsorganisation-das-dilemma.976.de.html?dram:article_id=423076) Nach dem kürzlichen Finanzierungsstopp seitens der Vereinigten Staaten, des bisherigen Hauptsponsors, wird der Einfluss privater Geldgeber auf die WHO weiter wachsen.
Dieser finanzielle Hintergrund wirkt sich nicht im geringsten auf das Seuchenmanagement der Weltgesundheitswächter aus? So hieß es offiziell auch schon beim haarsträubenden Schweinegrippe-Fehlalarm 2009. Nicht die WHO, sondern die Fachzeitschrift „British Medical Journal“ deckte hinterher auf: Mehrere Komiteemitglieder kassierten Zuwendungen der Pharmariesen GlaxoSmithKline und Roche. (Deborah Cohen/Philip Carter: „WHO and the pandemic flu “conspiracies”, British Medical Journal 340/2010, 4.6.2010, doi: https://doi.org/10.1136/bmj.c2912; https://www.bmj.com/content/340/bmj.c2912.extract; https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/schweinegrippe-pandemie-wie-die-who-das-vertrauen-der-verbraucher-verseucht-a-699427.html)
Auf diese Weise „verseucht die WHO das Vertrauen der Verbraucher“, titelte „Der Spiegel“ damals – ein irgendwann einmal kritisch-investigatives Nachrichtenmagazin, das Gerüchten zufolge im Jahre 2020 unter demselben Namen immer noch existieren soll.
Der pharmaunabhängige „Arzneimittelbrief“ fand im September 2009 deutliche Worte über den Skandal: „Für die Regierungen, die WHO und die Pharmaindustrie ist es natürlich ideal, eine harmlose Erkrankung als Weltbedrohung aufzubauen, gemeinsam davon zu profitieren und am Ende sich gegenseitig zu beglückwünschen, wie gut doch durch die enge Zusammenarbeit die Bedrohung abgewendet wurde.“ (https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=7023) Aber wer erinnert die verängstigte Masse heute noch an frühere Infektwellen? „Um die Lügen der Gegenwart durchzusetzen, ist es notwendig, die Wahrheiten der Vergangenheit auszulöschen“, wusste George Orwell schon vor über 70 Jahren.
Bevor nun aber schon wieder Facebooks „Faktenchecker“ zuschlagen, beeilen wir uns klarzustellen: Jegliche Parallelen zur Corona-Krise sind selbstverständlich frei erfunden, bloß ein wirrer Verschwörungstheoretiker kann sie sich ausdenken.
Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit, so besagt eine Redensart. Wohl deswegen haben unsere Politiker den „Krieg gegen das Virus“ ausgerufen.
(Harald Wiesendanger)
Zur UN-Kostenschätzung von 36 Milliarden Euro: (https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/eu/id_88134658/globale-corona-hilfe-eu-geberkonferenz-startet-mit-milliardenzusage.html)
Näheres zum Vorwurf, die WHO habe die Pandemie-Kriterien unter dem Einfluss von Big Pharma geändert und verkomme zunehmend zu deren Marionette:
Wolfgang Wodarg: „Falscher Alarm: Die Schweinegrippe-Pandemie“ in BIG PHARMA, Mikkel Borch-Jacobsen Hrsg., Piper 2015, S. 310 ff,https://www.wissenschaftsladen-dortmund.de/wp-content/uploads/2020/04/2020-03-25-Wodarg-Die-Schweinegrippe.pdf
Albrecht Meier: „Anhörung: Europarat rügt Panikmache bei Schweinegrippe“, zeit.de, 27. Januar 2010, https://www.zeit.de/politik/2010-01/europarat-panikmache-schweinegrippe
„Weltgesundheitsorganisation: Eine Geisel potenter Geldgeber“, deutschlandfunkkultur.de, 18. Mai 2015, https://www.deutschlandfunkkultur.de/weltgesundheitsorganisation-eine-geisel-potenter-geldgeber.1008.de.html?dram:article_id=320082
Zeit online, 4.4.2017: „Der heimliche WHO-Chef heißt Bill Gates“, http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-03/who-unabhaengigkeit-bill-gates-film/komplettansicht
„Weltgesundheitsorganisation am Bettelstab – Was gesund ist, bestimmt Bill Gates”, Thomas Kruchem, 16.5.2017, Deutschlandfunk Kultur, https://www.deutschlandfunkkultur.de/weltgesundheitsor-ganisation-am-bettelstab-was-gesund-ist.976.de.html?dram:article_id=385853
„Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste: Sachstand Weltgesundheitsorganisation“, Aktenzeichen: WD 2-3000 -013/19, Stand vom 14. März 2019,https://www.bundestag.de/resource/blob/645812/e382539acdd205358b958cb7a9e8ba53/WD-2-013-19-pdf-data.pdf
Basler Zeitung online: „Die WHO auf dem Untersuchungstisch: Wie eng ist sie mit der Pharma verstrickt?“, 1.7.2010; http://bazonline.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Die-WHO-auf-dem-Untersuchungstisch-brWie-eng-ist-sie-mit-der-
Pharma-verstrickt/story/26540940
Arte: „Die WHO – Im Griff der Lobbyisten“, 14.3.2018, https://www.youtube.com/watch?v=dYlia_fQOLk
Arte: „Profiteure der Angst“ (2009), https://www.youtube.com/watch?v=1--c2SBYlMY