04/07/2022
Liebe LeserInnen,
seit Monaten gilt die Aussage „die teuren Energiepreise von heute sind die günstigen Preise von morgen“. Preisanstiege waren und sind wegen des grundlegenden Umbaus der deutschen Energieversorgung von fossiler Energie und Atomkraft hin bis zu regenerativer Energie keine Überraschung. Durch den Krieg in der Ukraine wird die Preisentwicklung weiter dynamisiert. Hintergründe erfahren Sie im HES-Journal, u. a. im Artikel I.
Bei der Gasversorgung besteht zusätzlich das Risiko der Rationierung und einer Preiserhöhung in bestehenden Verträgen trotz Preisfixierung.
Vor wenigen Tagen hat die Bundesregierung die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen, die Alarmstufe. Sobald die Bundesnetzagentur eine erhebliche Reduzierung der Gasimportmengen feststellt, ist der Weg für die o. g. Erhöhungen in bestehenden Lieferverträgen möglich.
Die Bundesregierung hat offensichtlich erkannt, dass dieser Weg wenig Transparenz bietet und die Gefahr besteht, dass es - ähnlich wie beim Benzin – zu verdeckten Margenerhöhungen durch die Versorger kommen könnte. Wir begrüßen deshalb die Einführung einer Preisumlage (Artikel II, III und IV), die eine transparente Situation schafft.
Die Versorgungssicherheit und die Preisstabilität sollen durch die Verlängerung von Kohlekraftwerken gestützt werden. Die Konsequenz ist die Erhöhung von CO2-Emissionen. Diese sollten an anderer Stelle eingespart werden oder mittels Speicherung (Artikel V) nicht in die Atmosphäre gelangen können.
Der Paradigmenwechsel auf dem Verkehrssektor beschleunigt sich. Der Ausbau von Ladesäulen geht voran, und die Autoindustrie fokussiert ihre Investitionen (Artikel VI und VII). Der Energieträger Erdöl reduziert sich, während sich der Strombedarf drastisch erhöhen wird. Studien gehen von einer Erhöhung des Strombedarfs in Deutschland von aktuell ca. 500 TWh auf voraussichtlich 800 TWh im Jahr 2030 aus. Es bleibt spannend auf dem Energiesektor.
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