08/09/2026
Geschwister können dasselbe Haus erben.
Aber nicht dasselbe Elternhaus.
Für die älteste Tochter ist es der Ort ihrer Kindheit.
Sie kennt noch jede Ecke des Gartens.
Für ihren Bruder ist es vor allem eine Immobilie.
Er lebt seit Langem in einer anderen Stadt und möchte verkaufen.
Und die Schwester hat die letzten Jahre viel Zeit dort verbracht, weil sie sich um die Eltern gekümmert hat.
Auf dem Papier gehört allen dasselbe.
Emotional besitzen sie etwas völlig Unterschiedliches.
Und genau hier beginnen viele schwierige Entscheidungen bei Erbimmobilien.
Verkaufen?
Vermieten?
Selbst übernehmen?
Sanieren?
Oder erst einmal gar nichts tun?
Rein wirtschaftlich lässt sich vieles berechnen.
Marktwert.
Miete.
Sanierungskosten.
Nebenkosten.
Was sich nicht so einfach berechnen lässt:
Erinnerungen.
Verantwortung.
Das Gefühl von Fairness.
Und manchmal auch alte Familiengeschichten.
Deshalb glaube ich:
Bei einer Erbimmobilie sollte die erste Frage nicht immer lauten:
„Was ist das Haus wert?“
Sondern:
„Was bedeutet dieses Haus für die Menschen, die es geerbt haben?“
Erst danach lässt sich häufig vernünftig über seine Zukunft sprechen.